“Alle Lust
will Ewigkeit.”

— Friedrich Nietzsche

Über den Andreas-Chor

 Die ehemalige Hof- u.  Jesuitenkirche und heutige Dominikanerkirche, die Heimat des Chors.

Die ehemalige Hof- u.  Jesuitenkirche und heutige Dominikanerkirche, die Heimat des Chors.

Der Chor der ehemaligen Hofkirche St. Andreas e.V. wurde 1971 von dem Musiklehrer und Dirigenten Ulrich Brall gegründet. Seither ist der Chor fester Bestandteil des Musiklebens der Landeshauptstadt Düsseldorf: Er gestaltet nicht nur regelmäßig Gottesdienste in der heute von den Dominikanern geführten Kirche St. Andreas, sondern eröffnet das düsseldorf festival seit dessen Bestehen und gab in diesem Rahmen unter der Leitung von Ulrich Brall viel beachtete Konzerte in der Tonhalle gemeinsam mit den Westdeutschen Sinfonikern und Solisten der Deutschen Oper am Rhein. 

Seit 1978 nimmt der Chor jeden Sommer am internationalen Festival de Musique Sacrée in Saint-Malo (Bretagne), teil und verbindet dieses Konzert mit einer 14-tägigen Chorreise. 

 

Bis August 2012 kooperierte der Chor mit dem Chor des Görres-Gymnasiums, den Ulrich Brall zeitgleich mit dem Andreas-Chor ins Leben rief und bis zu seiner Pensionierung leitete. 

Die neuen Chorleiter:
Georg Biskupek und Martin Fratz 

In dem Wunsch, das Werk von Ulrich Brall fortbestehen zu lassen, führen der Dirigent Martin Fratz und der Musiklehrer Georg Biskupek seine Arbeit gemeinsam fort. Organisatorische Aufgaben werden auf mehrere Schultern verteilt.

Georg Biskupek (links) studierte klassische Philologie und katholische Theologie an der Universität Bonn sowie Schulmusik und Tonsatz an der Musikhochschule Köln. Seit 2002 unterrichtet er Latein, Altgriechisch, katholische Religion und natürlich Musik am Görres-Gymnasium und leitet dort die Orchesterensembles. 

Martin Fratz (rechts) studierte Orchesterleitung und Klavier an der Musikhochule Köln sowie in Stuttgart und Hannover und schloss seine Studien 1990 „mit Auszeichnung“ ab. Von 1993 bis 2009 war er Kapellmeister der Deutschen Oper am Rhein und dirigierte dort ein umfangreiches Repertoire. Er war Gastdirigent in Leipzig, Köln, Weimar, Luzern sowie bei namhaften Orchestern in ganz Deutschland. Von 2006 bis 2008 leitete er den Chor der Maxkirche, seit 1996 ist er zudem Dozent an der Folkwang Universität der Künste in Essen.

Chormusik und -geschichte

Das Repertoire des Chors umfasst die wichtigsten Werke der Geistlichen Chor- und Oratorienmusik des 17. bis 20. Jahrhunderts: Die Krönungsmesse und das Requiem von Mozart, Ein deutsches Requiem von J. Brahms, Messias von Händel, Die Schöpfung von J. Haydn, Stabat Mater von A. Dvořák oder Giaochino Rossini - um nur einige Werke zu nennen. 

Höhepunkte der über 40-jährigen Chorgeschichte waren Aufführungen im Petersdom – darunter auch vor dem Papst – sowie im Pantheon, in der Basilica di S. Francesco in Assisi, h-moll-Messe und Matthäus-Passion in Chartres, „Schöpfung“ in Notre-Dame de Paris, Mozart-Requiem in der Mesquita von Córdoba, in Granada, im Dom von St. Gallen, Brahms-Requiem in der Medici-Basilica di S. Lorenzo (Florenz) und unter Tizians „Assunta“ in der Frari-Kirche in Venedig. 

Über seinen Gründer Ulrich Brall

Ulrich Brall war von 1971 bis 2012 Musiklehrer am Görres-Gymnasium. Bereits 1971 gründete er den Schulchor, in dem Kinder der 5. bis 8. Klasse sangen. Für die älteren Schülerinnen, Schüler und für Erwachsene rief er den Chor der ehemaligen Hofkirche St. Andreas ins Leben. Fortan leitete Brall nicht nur beide Chöre, sondern gewann für seine Konzerte auch die Westdeutschen Sinfoniker und Solisten der Deutschen Oper am Rhein. Seine Leidenschaft für die Musik gepaart mit seiner Begeisterung für die Arbeit mit Kindern und jungen Leuten waren die treibenden Kräfte seines ungewöhnlichen Engagements als Chorleiter und Dirigent. Dank ihrer gelang es Ulrich Brall in vier Jahrzehnten Konzerte von bemerkenswerter Perfektion zur Aufführung zu bringen. Ulrich Brall blieb der Musik auch nach seiner Pensionierung treu: als Leiter des für Schüler aller Schulen geöffneten Andreas-Chors, denn: "Alle Lust will Ewigkeit." (Friedrich Nietzsche). Am 24. November 2013 starb Ulrich Brall im Alter von 68 Jahren.

Im Jahr 1988 wurde Ulrich Brall Chevalier de l’Ordre National des Arts et des Lettres (Ritter des Ordens der Künste und der Literatur, der vom französischen Kultusministerium überreicht wird), im Jahr 2000 wurde ihm für sein Wirken das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2008 erhielt Ulrich Brall die Europamedaille des Europäischen Parlaments für seine Verdienste um die Zusammenarbeit auf kultureller Ebene.