Legendär: Saint-Malo 2015

Auch in diesem Jahr verbrachte der Chor wieder rund zwei Wochen in Saint-Malo. Die Krönung des Aufenthaltes war ein wunderbares Konzert am 6. August in der Kathedrale.

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Es sind etwas weniger jüngere Schüler und weniger alte Bekannte und – natürlich: Ulrich Brall fehlt. Aber das ändert nichts daran, dass diejenigen, die hier sind, sich ehrgeizig vorbereiten. Denn ihr neuer Leiter, Martin Fratz, ist streng: Wer nicht rechtzeitig hier eintrifft und vorher an ausreichend vielen Proben teilgenommen hat, darf nicht mitsingen. Am Morgen des Konzertes wohnen wir Eltern der Generalprobe bei und bewundern den zufriedenen Dirigenten Fratz, der sich nur hin und wieder von Kindergerschrei aus den hinteren Reihen aus der Ruhe bringen lässt. Dafür lobt er seine Sängerinnen uns Sänger nicht selten für gelungene Passagen. Noch nicht einmal alle Stücke werden geprobt, nur die Stellen, die noch etwas schwächeln. Insgesamt macht der Chor einen ruhigen und selbstbewussten Eindruck. Martin Fratz signalisiert große Zufriedenheit mit seinem Chor, den er seit dem Tod Ulrich Bralls gemeinsam mit Georg Biskupek leitet. 

Am Konzertabend lauschen wir andächtig der Jupiter Sinfonie von Mozart, die in unseren Ohren so perfekt klingt, wie sie nur ein Meister seines Faches einstudieren und dirigieren kann. Doch als der Chor die ersten Takte der C-Dur-Messe singt, kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Es scheint uns, als habe sich die Zahl der Sänger seit dem Morgen nahezu verdoppelt. Und der Eindruck täuscht nicht: Die tägtäglichen Proben haben die Stimmen einiger Sänger so strapaziert, dass sie sich vor dem Konzert eine kurze Pause gönnen mussten. Dafür schmettern sie um so inniger die C-Dur Messe vom Beethoven am Abend. Wir fühlen uns in alte Zeiten zurückversetzt, so voluminös klingt der Chor an diesem Abend. Schön zu sehen, wie Martin Fratz leichtfüßig mit der Musik mitgeht und Chor, Solisten und Orchester zu Höchstleistungen anspornt. Seine Begeisterung für die Musik bringt eine feinfühlige, aktzentuierte und sehr temperamentvolle Vorstellung hervor. Die Solisten Anke Krabbe, Katharina von Bülow, Wolfgang Klose und Sebastian Klein scheinen perfekt mit Martin Fratz zu harmonieren. Das macht wirklich Lust auf mehr und hoffentlich werden wir noch viele solcher Konzerte erleben. Danke, Martin Fratz, Dank an Georg Biskupek, die Westdeutschen Sinfoniker und die Solisten!