Brall & friends zeigen Gefühl

"Brall & friends zu Gast in der Tonhalle" mag als Ankündigung zunächst befremdlich erscheinen. Doch wer die Konzerte von Ulrich Brall kennt weiß, dass seine musikalische Leidenschaft nicht allein dem Chor gilt und ihn seit Jahrzehnten enge Freundschaften zu hervorragenden Berufsmusikern verbinden. Bis heute kommen junge, begabte Musiker hinzu, denen er gerne eine Bühne bietet. Sie alle verbindet eine herzliche Freundschaft mit dem Dirigenten, der seinen Emotionen bei der Programmgestaltung dieses Konzertes freien Lauf ließ.  

 

Den Auftakt bildete die temperamentvollen Chaconne (Bach), souverän vorgetragen von Sophia Jaffé. Daran schloss sich das eher ruhige, jedoch vom Chor sehr sensibel aufgeführte Fauré-Requiem an mit seinen fast zu Tränen rührenden Solopassagen von Anke Krabbe und Sebastian Klein. Ein Bonbon waren die beiden schwermütigen Lieder von Wagner und Dvořák, gesungen von Katharina von Bülow, für die Martin Fratz übrigens die Orchester-Fassung geschrieben hat. Den mitreißenden Schluss bildete das Dvořák-Konzert für Cello. Nikolaus Trieb schien beinahe eins zu sein mit seinem Instrument und spielte mit unglaublicher Energie und technischer Perfektion. Sehr schön anzusehen war dabei sein Dialog mit dem Orchester, der zuweilen fast humorvoll schien. 

 

Lang anhaltender Applaus für die wunderbare Aufführung von Orchester, Chor, Solisten und dem Dirigenten Ulrich Brall ließen alle sehr gelöst und glücklich aussehen. 

 

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